Die digitale Fotografie ist eigentlich toll, man sieht sofort, was man abgelichtet hat, kann bereits beim Fotografieren korrigieren und das Nachbearbeiten geht mittlerweile einfach von der Hand. Die Ergebnisse sprechen im Wesentlichen für sich – natürlich immer dem persönlichen Geschmack gemäß. Also ist das nun der Königsweg?

Irgendwie habe ich für mich den Eindruck gewonnen, dass ich es mir nicht mehr so leicht machen darf. Leicht im Sinne des Kameragewichts – gut meine Canon EOS 5D Mk. III wiegt je nach Objektiv durchaus 3,5 kg aufwärts – aber auch was die Kontrollierbarkeit und das einfache Korrigieren angeht.

Wie könnte es also weitergehen?

Schritt Nummer 1 – Wechsel auf analog.

Wenn ich mir so meine Kamerasammlung anschaue, ist schon interessante Technik dabei, auch solche, die mir den Umstieg durchaus leicht machen könnte. Eine Canon EOS 500N aus meinem Fundus bringt mit den Optiken meiner 5D prima Ergebnisse zustande, erst recht eine Canon EOS 1 (1989-1994) mit ihrem professionellen Anspruch.

Canon EOS 1

Die Canon EOS 1 habe ich immer wieder im Gebrauch, wenn sich ein Film überraschend langsam füllt. Das Handling entspricht im Wesentlichen meiner 5D, wenn ich auch auf zig Autofokus-Messpunkte und den Monitor verzichten muss.

Aktuell findet sich in meinem Kamera-Konvolut auch eine Canon QL17, eine Messsucherkamera mit eingebautem Belichtungsmesser. Einen Film habe ich mit ihr schon belichtet – die Ergebnisse lassen aber noch auf sich warten. Ein Film muss eben auch entwickelt werden.

Canon QL 17

Diese Kamera – Markteinführung 1965 – ist schon ein deutlicher Schritt aus meiner Komfortzone. Zwar bin ich von meiner Leica M8 das Messsucherprinzip bereits gewöhnt, die fixe Brennweite von 40 mm und der nicht ganz so intuitive Belichtungsmesser sowie ein leicht trüber Sucher stellen eine gewisse Herausforderung dar.

Auf die Ergebnisse bin ich natürlich trotzdem gespannt.

Für eine Dauernutzung sehe ich diese Kamera jedoch nicht als zielführend.

In der Kaffeeküche meiner Arbeitsstelle stehe ich immer wieder vor großformatigen Bildern von Ansel Adams. Dabei stelle ich mir immer wieder die Frage, was es nun ist, was den Reiz seiner Bilder ausmacht.

Schritt Nummer 2 – Formatwechsel ?

Adams arbeitete mit Groß- und Mittelformat. Eine Linhof hatte ich bereits in meinen Händen, wobei mich die Ursprünglichkeit der Technik zwar faszinierte, aber auch durchaus abschreckte. Nein, für so große Formate bin ich (noch) nicht bereit.

Mittelformat wäre aber durchaus eine interessante Option.

Das Mittelformat bietet nun aber auch wieder verschiedene Möglichkeiten – angefangen vom Format selbst, als auch von den verfügbaren Kameratypen.

Format

Man unterscheidet in dieser Filmklasse die Größen 6×4,5 (kleines Mittelformat), 6×6, 6×7, 6×8, 6×9, 6×12, 6×17. Was für eine Bandbreite. Wofür also entscheiden? Hier fängt die Cruix bereits an.

6×4,5 cm sind ein durchaus “tragbares” Format. Kameras sind nicht zu schwer, der Film ist verfügbar und mit 16 Bildern je 120er Rolle auch durchaus noch effizient nutzbar. Das Seitenverhältnis entspricht auch ungefähr dem, was man von der Digitalen gewohnt ist.

6×6 ist da schon eine andere Hausnummer. Natürlich gibt es in diesem Format sehr namenhafte Kameras, so z.B. Hasselblad und Rolleiflex. Namenhaft bedeutet in diesem Zusammenhang aber auch leider gleich wieder eher teuer im Body und Zusatzequipment.

6×7 ist ein klassisches Studio-Format – zumindest nach dem, was ich darüber gelesen habe. Hier gibt es exzellente Kameras – auch für durchaus halbwegs schmales Geld.

6×8 und 6×9 sind bereits Panorama-Formate, die vermutlich ebenfalls ihren Reiz haben, umso mehr noch 6×12 und 6×17. Allerdings dürfte das Fotografieren mit sehr häufigen Filmwechseln einhergehen.

Kameratyp

Einher mit dem Format geht natürlich die Frage nach dem Kameratyp, wobei nach meiner üblichen Anwendung die Kriterien Tragbarkeit und stativlose Nutzung im Vordergrund stehen.

Twin Lens Reflex

In der Hand hatte ich eine TLR bereits, genauer eine Mamiya C330 (Markteinführung 1983). Das Prinzip der zweiäugigen Spiegelreflexkamera ist schnell zu durchschauen, auch dass das Sucherbild seitenverkehrt erscheint. Allerdings ist dieser Brocken – in diversen Youtube-Videos auch als Biest bezeichnet – doch schon ein ziemliches Kaliber. Schön ist die Tauschbarkeit der Objektive und deren verhältnismäßig geringer Preis bei top Abbildungsleistung.

Etwas weniger klobig, dafür teurer und ohne tauschbare Objektive kommt z.B. die Rolleiflex daher.

Presse-Kameras

Für die Pressearbeit wurden Kameras entwickelt, die mit verschiedensten Formaten (6×6, 6×7, 6×9, aber auch 4×5 Zoll) verwendet werden konnten. Möglich wurde das durch tauschbare Rückteile. Damit erleichterte sich auch das Filmwechseln unter Stress, indem einfach genug Rückteile mit verschiedenen Formaten oder/und ISO’s mitgeführt wurden.

Die Kamera selbst war dann eine Messsucher, womit präzises Fokussieren sichergestellt wurde. Ein Beispiel, dass ich mir in diesem Zusammenhang näher angesehen habe, wäre die Mamiya Super 23 (Markteinführung 1967). Wenn auch auf eine andere Weise, stellt diese Kamera aber ebenfalls ein ziemliches Schwergewicht dar.

Interessant ist die Möglichkeit, einen Polaroid-Back zu verwenden, was den Einsatz von heute noch erhältlichen Fuji Trennfilmen ermöglicht.

Spiegelreflex-Kameras

Hasselblad, Rollei, Mamiya – sie bieten natürlich alle Spiegelreflexen an, wobei ich aus Preisgründen mir die Mamiya RB67, RZ67 und 645 Pro näher angeschaut habe.

Jede dieser Kameras hat irgendwo ihren Reiz. Aber für welche Kamera sollte ich mich entscheiden? Über Kommentare mit Für und Wider würde ich mich sehr freuen.

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